Meine 12 Lieblingsvögel im Kruger Nationalpark
Als ich 2015 meine Ausbildung zum Safari Guide in Südafrika begonnen habe, war ich noch kein Bird Nerd. Zumindest war mir das damals nicht bewusst.
Denn das erste Tier, für das ich auf Safari unbedingt stehen bleiben wollte, war tatsächlich ein Vogel.
Das Helmperlhuhn.
Eine ganze Truppe rannte vor unserem Game Viewer über die Sandstraße und ich war fasziniert. Dieser blaue Kopf, die auffällige Zeichnung – unglaublich, dass es so etwas gibt! Das ist das Foto, das damals entstanden ist:
Ein anderer Vogel, bei dem ich damals jedes Mal kurz gestockt habe, war der Graureiher. Heute muss ich darüber lachen, wenn ich daran denke, wie häufig der eigentlich auch bei uns im Südburgenland vorkommt.
Die Ausbildung nahm natürlich ihren Lauf und mein Fokus lag zunächst weiterhin vor allem auf den Säugetieren. Löwen, Elefanten, Nashörner und Co. sind schließlich das, was die meisten Gäste auf einer Safari unbedingt sehen möchten.
Aber nach sechs Monaten Ausbildung und vor allem später bei meiner Arbeit als Guide hat sich mein Blick immer mehr verschoben.
Denn als Guide bleibt man für seine Gäste erstaunlich oft bei Tieren stehen, die man selbst schon unzählige Male gesehen hat. Impalas? Kennen wir. Giraffen? Natürlich. Zebras? Auch nicht gerade selten.
Und plötzlich hat man Zeit, sich einmal nach links und rechts umzusehen.
Und dort sind sie: die Vögel.
Bei einem Heimatbesuch, ungefähr zur Halbzeit meines einjährigen Sabbaticals, war ich dann überhaupt baff. Wir saßen irgendwo an einer Raststätte in Österreich draußen und jede Menge kleiner Vögel scharten sich um uns.
Ich dachte nur:
Wow. In Südafrika kann ich inzwischen weit über 100 Vogelarten beim Namen nennen und bei ungefähr 60 kenne ich sogar den Gesang. Und hier in meiner Heimat kann ich nicht einmal die häufigsten Vögel an einer Raststätte benennen.
Da war es endgültig um mich geschehen.
Immer mehr habe ich mich mit dem Thema beschäftigt – zuerst in Südafrika, später auch in Österreich. Und natürlich haben sich auf den Safaris einige Vögel besonders festgesetzt.
Vögel, über die ich mich jedes Mal freue, wenn ich wieder selbst als Selbstfahrer durch den Kruger Nationalpark unterwegs bin.
Und das Schöne: Für diese Arten musst du kein eingefleischter Birder sein. Sie fallen durch ihre Größe, ihre Farben, ihr Verhalten oder ihre Rufe auf und lassen sich mit ein bisschen Übung gut bestimmen.
Hier kommen meine 12 Lieblingsvögel im Kruger.
Gelbschnabeltoko – Zazu lässt grüßen
Wer Der König der Löwen mag, kennt ihn wahrscheinlich sowieso: Zazu ist ein Nashornvogel.
Der Gelbschnabeltoko ist im Kruger einer dieser Vögel, die man relativ schnell wiedererkennt.
Man nennt ihn auch die fliegende Banane ;)
Trauerdrongo – ziemlich clever
Der Trauerdrongo gehört für mich zu den Vögeln, bei denen man irgendwann merkt: Der ist einfach zu frech.
Er kann die Warnrufe anderer Tiere nachahmen und diese damit tatsächlich austricksen. Er nutzt die Verwirrung aus, um an Futter zu kommen, das andere Tiere fallen lassen oder aufgeben.
Klein, schwarz und ziemlich clever.
Schreiseeadler – Afrika pur
Meine Güte, was für eine Ikone.
Der Schreiseeadler hat einfach alles: diesen beeindruckenden Auftritt, die markante Zeichnung und dann natürlich diesen Ruf.
Sein durchdringender Gesang gehört für mich zu den Geräuschen, bei denen sofort Afrika im Kopf entsteht.
Oft sitzt er erhöht in einem Baum am Wasser und hält Ausschau nach Beute. Und manchmal hört man ihn schon, bevor man ihn überhaupt entdeckt.
Für mich ist der Schreiseeadler einer dieser Vögel, bei denen man auf Safari ruhig einmal stehen bleiben sollte – auch wenn gerade kein Löwe in Sicht ist.
Gaukler – sagenumwoben und einzigartig
Der Gaukler ist einer dieser Greifvögel, bei denen ich auch nach vielen Sichtungen noch denke: Was für ein außergewöhnlicher Vogel.
Mit seinem überwiegend schwarzen Gefieder, den kastanienbraunen Partien und dem auffallend kurzen Schwanz ist er unverwechselbar.
Und dann kommt noch sein Flug dazu: Der Gaukler kann lange kreisen und gleiten und wirkt dabei fast mühelos.
Seinen Namen trägt er nicht ohne Grund – und wer ihn einmal im Flug gesehen hat, versteht schnell, warum er zu den ganz besonderen Greifvögeln Afrikas gehört.
Grauer Lärmvogel – gehört einfach dazu
Eine Safari im Kruger ist für mich irgendwie nicht komplett, wenn man den Grauen Lärmvogel nicht zumindest einmal bewusst wahrgenommen hat.
Oft hört man ihn nämlich lange, bevor man ihn sieht.
Sein lauter, rauer Ruf gehört einfach zum Soundtrack des afrikanischen Busches. Zudem ruft er seinen englischen Namen "Go Away".
Senegalliest – dieser Ruf!
Beim Senegalliest bin ich jedes Mal ein bisschen sentimental.
Wenn man ihn zum ersten Mal hört, freut man sich wie verrückt. Dieser Ruf – und plötzlich fühlt sich alles nach afrikanischem Sommer an.
Und dann hört man ihn.
Und hört ihn wieder.
Und noch einmal.
Und ungefähr beim hundertsten Mal muss man dann doch ein bisschen lachen, weil man inzwischen auch versteht, warum dieser Vogel einen gewissen Nervfaktor entwickeln kann. ;)
Gabelracke – Fernglas raus!
Die Gabelracke ist einer dieser Vögel, bei denen sich das Fernglas wirklich lohnt.
Schon aus der Entfernung fällt sie durch ihre kräftigen Farben auf. Wenn sie dann auffliegt, kommen noch die wunderschönen Blau-, Türkis- und Violetttöne dazu.
Oft sitzt sie erhöht auf einem Ast, von dem aus sie den Boden beobachtet und nach Insekten und anderer Beute Ausschau hält.
Also Augen auf – und Fernglas raus.
Weißrückengeier – nicht nur irgendein Geier
Geier gehören auf Safari natürlich irgendwie zum Gesamtbild. Aber der Weißrückengeier ist für mich besonders interessant, weil man ihn immer wieder in ganz unterschiedlichen Situationen beobachten kann.
Am Boden, auf Bäumen oder hoch oben am Himmel – häufig lohnt es sich, bei einer Gruppe kreisender Geier einmal genauer hinzusehen.
Denn „Geier“ ist eben nicht gleich „Geier“.
Gerade wenn mehrere Arten gemeinsam unterwegs sind, macht es Spaß, genauer hinzuschauen und die Unterschiede zu entdecken.
Schopffrankolin – dein Safari-Wecker
Der Schopffrankolin ist ein Vogel, den man auf Safari manchmal eher hört als sieht.
Und laut kann er sein.
Sehr laut.
Er hält sich überwiegend am Boden auf und fliegt meist erst auf, wenn man ihm schon ziemlich nahe gekommen ist. Häufig ist er dann allerdings schneller wieder verschwunden, als man schauen kann.
Hagedasch – noch ein Wecker
Und wenn wir schon bei den Safari-Weckern sind, darf der Hagedasch natürlich nicht fehlen.
Sein lauter, durchdringender Ruf gehört zu den Geräuschen, die man irgendwann sofort mit Afrika verbindet.
Dazu kommt sein ziemlich auffälliger Schnabel, mit dem er im weichen Boden nach Würmern, Insekten und anderen Wirbellosen sucht.
Wenn morgens irgendwo lautstark „Haa-daa-daa!“ gerufen wird, weißt du zumindest schon einmal: Du bist nicht allein wach.
Sattelstorch – was für eine Erscheinung
Der Sattelstorch ist einer dieser Vögel, bei denen ich auf Safari sofort denke:
Was für eine Erscheinung!
Mit seiner Größe, den langen Beinen und dem auffällig schwarz-roten Schnabel mit dem gelben „Sattel“ ist er kaum zu übersehen.
Er hält sich gerne an Gewässern und in Feuchtgebieten auf und sucht dort nach Fischen, Fröschen und anderen Wassertieren.
Weißstirnspint
Bienenfresser gehören für mich zu den Vögeln, bei denen man auf Safari schnell ein bisschen ins Schwärmen gerät.
Der Weißstirnspint fällt mit seinen kräftigen Farben und seinem typischen Verhalten besonders auf: Er sitzt gerne auf einem Ansitz, startet von dort aus zur Insektenjagd und kehrt anschließend wieder auf denselben Sitzplatz zurück.
Zum Brüten graben Weißstirnspinte ihre Bruthöhlen in sandige Steilwände und Uferböschungen. Wo viele Paare gemeinsam brüten, kann richtig viel los sein.
Und auch hier gilt:
Oft hörst du sie, bevor du sie sitzen siehst.
Also Augen auf – ein Blick durch das Fernglas lohnt sich.
Und das sind erst 12 von vielen
Der Kruger Nationalpark ist ein fantastischer Ort für Vogelbeobachtung. Und je mehr Arten man kennt, desto mehr verändert sich auch eine Safari.
Plötzlich sind die Pausen bei den Impalas nicht mehr nur Pausen.
Man schaut in die Bäume. Hört genauer hin. Entdeckt einen kleinen Vogel am Wasserloch oder einen Greifvogel weit oben im Himmel.
Und irgendwann merkt man:
Auf Safari gibt es eigentlich ständig etwas zu entdecken. Man muss nur wissen, wonach man schauen soll.
Genau deshalb habe ich den Guide „Vögel im südlichen Afrika – 40 Arten, die du auf Safari kennen solltest“ zusammengestellt.
Darin findest du 40 ausgewählte Vogelarten, die du auf Safari besonders gut entdecken und bestimmen kannst – mit übersichtlichen Steckbriefen, zwei Checklisten, praktischen Video-Guides und Tipps für deine eigene Vogelbeobachtung.











