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Selbstfahrer-Safari im Kruger Nationalpark: Meine Tipps aus unzähligen Kruger-Reisen

Den Kruger Nationalpark mit dem eigenen Mietwagen zu erkunden, gehört für mich zu den schönsten Arten, eine Safari zu erleben. Und das sage ich nicht nach einer einzigen Reise: Wir waren inzwischen unzählige Male im Kruger unterwegs – während meiner Ausbildung zum Safari Guide, später privat und auch mit Gästen.

Dabei haben wir viele verschiedene Regionen des Parks kennengelernt. Besonders oft zieht es uns in die mittlere Region rund um Orpen, Satara, Letaba und Olifants. Aber auch der Süden gehört für uns unbedingt dazu.

Wenn du deine erste Selbstfahrer-Safari im Kruger planst, findest du hier meine persönlichen Tipps und Erfahrungen. Für die ausführlichere Planung habe ich außerdem meinen kostenlosen Guide „Selbstfahrer-Tipps für den Kruger Nationalpark“ zusammengestellt.


Warum wir Selbstfahrer-Safaris so lieben

Eine Selbstfahrer-Safari bedeutet natürlich auch ein bisschen mehr Eigenverantwortung. Du musst deine Route planen, selbst fahren und dich an die Regeln und Öffnungszeiten des Parks halten.

Aber genau das ist für uns ein großer Teil des Reizes.

Du entscheidest selbst, wo du stehenbleibst. Wenn plötzlich Elefanten neben der Straße auftauchen, kannst du dir Zeit lassen. Wenn irgendwo ein Vogel sitzt, den du unbedingt bestimmen möchtest, musst du nicht nach fünf Minuten weiterfahren.

Und manchmal ist es auch einfach schön, langsam durch den Park zu fahren und gar nicht genau zu wissen, was hinter der nächsten Kurve wartet.


Unsere Lieblingsregionen im Kruger

Wir waren schon in vielen Teilen des Parks unterwegs, aber ein paar Gegenden haben für uns einen besonderen Stellenwert.


Berg-en-Dal und der Süden

Berg-en-Dal gehört definitiv zu unseren Lieblingscamps. Schon die Anreise aus Johannesburg macht diese Gegend für eine erste Kruger-Nacht sehr attraktiv.

Das Malelane Gate ist von Johannesburg aus relativ gut erreichbar und Berg-en-Dal liegt direkt dahinter. Für uns ist das deshalb eine tolle Möglichkeit, die Safari entspannt zu beginnen.

Und natürlich ist auch die Landschaft rund um Berg-en-Dal wunderschön. Dazu kommen immer wieder interessante Sichtungen.


Skukuza und der Sabie River

Skukuza ist groß und kann durchaus busy sein. Trotzdem fahren wir immer wieder gerne hin.

Vor allem die Straßen entlang des Sabie River sind für uns ein absolutes Highlight. Die Landschaft ist einfach umwerfend und gerade dort kann man unglaublich schöne Beobachtungen erleben.

Von Skukuza aus geht es für uns auch immer wieder weiter Richtung Lower Sabie.


Lower Sabie und Crocodile Bridge

Lower Sabie ist ebenfalls ein tolles Camp und die Strecke entlang des Sabie River gehört zu unseren Lieblingsabschnitten.

Bis Crocodile Bridge sind wir natürlich auch schon gefahren. Diese Gegend ist persönlich nicht unbedingt mein Favorit im Park – aber auch hier gilt: Der Kruger überrascht einen immer wieder.


Die mittlere Region

Noch häufiger sind wir allerdings zwischen Orpen, Satara, Letaba und Olifants unterwegs.

Gerade diese Region hat für uns einen ganz besonderen Safari-Charakter. Man kann dort wunderbar mehrere Tage verbringen und sich langsam durch den Park bewegen.

Auch Phalaborwa ist für uns ein schöner Ausgangspunkt beziehungsweise Abschluss für Touren in diesem Teil des Kruger. Mit dem hier anfangenden, und nach Norden hin immer dichter werdenden, Mopane Dickicht muss man allerdings umgehen können..


Der Norden

Auch den nördlichen Kruger Park durften wir schon etwas erkunden. Meine Güte, was für ein Ausblick vom Restaurant des Mopani Camps!

Aber ja, der Name ist Programm. Mopani Dickicht so weit das Auge reicht. Da braucht man schon mal Durchhaltevermögen. 

Die Gegenden um Shingwedzi und Punda Maria sind atemberaubend schön und bieten sehr ruhige Straßen und auch Abwechslung betreffend der Antilopen und Vögel. Es ist aber definitiv etwas für den fortgeschrittenen Selbstfahrer, der keinen Stress mehr bezüglich Sichtungen hat und eine neue Region erkunden möchte.


Ein paar Dinge solltest du beim Selbstfahren unbedingt wissen

Der Kruger ist riesig. Und auch wenn das Fahren auf den meisten Straßen unkompliziert ist, gibt es einige Regeln und praktische Dinge, die du unbedingt kennen solltest.


1. Plane genügend Zeit ein

Eine Strecke, die auf der Karte kurz aussieht, kann im Kruger plötzlich sehr lange dauern.

Der Grund ist meistens erfreulich: Tiere.

Eine Elefantenherde neben der Straße, ein Löwe im Gebüsch oder ein besonders schöner Vogel können aus zehn Kilometern schnell eine Stunde machen.

Plane deshalb nicht zu knapp und behalte die Öffnungszeiten der Tore und Camps im Auge. Die aktuellen Gate-Zeiten ändern sich je nach Jahreszeit und sollten vor der Fahrt überprüft werden.


2. Das Entry Permit gut aufheben

Beim Eintritt bekommst du die Unterlagen für deinen Parkbesuch. Lies dir die dort angegebenen Regeln durch und bewahre das Dokument gut auf.
SANParks weist ausdrücklich darauf hin, dass die Gate-Zeiten im grünen Gate Permit beachtet werden müssen. Auch die aktuellen Regeln können dort beziehungsweise bei SANParks nachgelesen werden. Und du musst ihn bei Verlassen des Parkes wieder herzeigen.

Für mich ist das so ein typischer kleiner Punkt, an den man vorher vielleicht gar nicht denkt – der aber während der Reise ziemlich wichtig werden kann.


3. Tiere haben immer Vorrang

Im Kruger bist du zu Gast.

Fahre langsam, halte dich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen und gib Tieren den Vorrang. Auch wenn vor dir bereits mehrere Autos stehen: Nicht drängeln und nicht versuchen, sich irgendwie an der Sichtung vorbeizuschieben.

Und natürlich gilt: Im Fahrzeug bleiben, außer an ausdrücklich ausgewiesenen Stellen.

SANParks schreibt vor, dass Besucher das Fahrzeug nur in dafür vorgesehenen Bereichen verlassen dürfen. Auch Arme, Beine oder andere Körperteile dürfen nicht aus dem Fahrzeug ragen.


4. Ein SUV ist angenehm – ein 4x4 nicht zwingend notwendig

Für eine normale Selbstfahrer-Safari brauchst du nicht unbedingt einen Geländewagen.

Ein geschlossenes Fahrzeug reicht grundsätzlich aus. Wir finden einen Midsize-SUV angenehm, weil man etwas höher sitzt und dadurch eine bessere Übersicht hat. Auch auf Schotterstraßen ist er komfortabel.

Ein 4x4 wird vor allem dann relevant, wenn du spezielle 4x4-Strecken fahren möchtest.


5. Vorsicht vor den Dornen

Das ist ein Tipp aus eigener Erfahrung.

Wir hatten im Kruger tatsächlich schon einen Reifenplatzer.

Im Park gibt es jede Menge dorniger Büsche und man sollte deshalb nicht unnötig weit an den Straßenrand fahren. Was also tun wenn du nicht aussteigen darfst (oder kannst) um den Reifen zu wechseln. Am besten anrufen bei SanParks. So haben wir es gemacht. Hat allerdings ziemlich gedauert, bis uns jemand helfen kommen konnte. 

Bei uns war der Platten dann zum Glück weniger dramatisch als zunächst befürchtet. In einem Camp konnten wir den Reifen tatsächlich unkompliziert reparieren lassen und unsere Safari fortsetzen.

Seitdem gehört für uns zu jeder Selbstfahrer-Safari:

Vor der Abfahrt kontrollieren, ob ein Reserverad vorhanden ist – und bei einer Panne nicht einfach selbst irgendwo im Busch den Reifen wechseln.
Auch dein Mietwagen sollte entsprechend versichert sein. In meinem Selbstfahrer-Guide findest du dazu noch weitere praktische Hinweise.


6. Unterkünfte möglichst früh buchen

Wenn du im Kruger in den beliebten Camps übernachten möchtest, würde ich nicht zu lange mit der Buchung warten.

Die Unterkünfte von SANParks können direkt online gebucht werden. In meinem Guide findest du außerdem Informationen zu den verschiedenen Unterkunftsarten, zur Buchung und zur Wild Card.

Gerade wenn du eine bestimmte Route mit bestimmten Camps im Kopf hast, lohnt es sich, früh zu planen.


7. Die Wild Card kann interessant sein

Wenn du mehrere Nächte im Kruger bleibst oder zusätzlich noch andere südafrikanische Nationalparks besuchen möchtest, solltest du dir die Wild Card einmal anschauen.

Ob sie sich für dich tatsächlich lohnt, hängt von der Aufenthaltsdauer und deiner Reiseplanung ab. Deshalb würde ich die aktuellen Preise und Bedingungen direkt bei SANParks prüfen.


8. Tanken nicht bis zum letzten Tropfen aufschieben

Die größeren Camps verfügen über Tankstellen. Trotzdem würde ich den Tank nicht unnötig leerfahren und bei Gelegenheit wieder auffüllen.

Denn eine Selbstfahrer-Safari ist nicht der richtige Zeitpunkt, um herauszufinden, wie weit man mit der letzten Tankfüllung tatsächlich noch kommt.


Tiere auf Safari entdecken

In der SafariWissen App findest du Tierporträts, Safari-Grundwissen und eine praktische Beobachtungs-Checkliste zum Abhaken. So kannst du deine Sichtungen direkt auf Safari festhalten.



Selbstfahrer heißt nicht, dass du alles selbst herausfinden musst.

Das ist vielleicht mein wichtigster Tipp.

Du musst nicht jede einzelne Information selbst zusammensuchen. Gerade bei der ersten Reise gibt es unglaublich viele kleine Fragen:

Welches Auto brauche ich?
Wo buche ich die Camps?
Welche Reisezeit passt?
Wie funktioniert das mit der Wild Card?
Wo kann ich tanken?
Was mache ich bei einem Reifenplatzer?
Was muss ich beim Fahren im Park beachten?

Genau deshalb habe ich meinen kostenlosen Guide „Selbstfahrer-Tipps für den Kruger Nationalpark“ zusammengestellt.

Darin findest du meine wichtigsten praktischen Tipps rund um Reiseplanung, Mietwagen, Reisezeit, Unterkünfte und Buchung, Wild Card, Verpflegung, Tanken und das Verhalten im Park.

Hier kannst du dir den kostenlosen Guide herunterladen:


Selbstfahrer Tipps
Tipps für Selbstfahrer im Kruger Nationalpark
Tipps für Selbstfahrer_Kruger Nationalpark.pdf (3.3MB)
Selbstfahrer Tipps
Tipps für Selbstfahrer im Kruger Nationalpark
Tipps für Selbstfahrer_Kruger Nationalpark.pdf (3.3MB)





Und dann: einfach losfahren

Trotz aller Planung bleibt der Kruger am Ende ein Ort, an dem man nicht alles planen kann.

Manchmal fährt man stundenlang und sieht kaum etwas. Und manchmal steht plötzlich ein Leopard direkt neben der Straße.
Genau das macht für mich einen Teil des Reizes aus.

Du hast deinen Mietwagen, deine Karte, deine Kamera und dein Fernglas – und weißt nie genau, was hinter der nächsten Kurve wartet.

Und genau deshalb fahren wir immer wieder hin.